Herr erwecke deine Kirche neu

Herr, erwecke deine Kirche neu:

Rüttle uns wie Petrus durch den Hahnenschrei auf,

lass uns offen sein für deinen Auftrag,

stark im Glauben,

mutig im Bekenntnis,

eingetaucht in deine Liebe.

 

Herr, erwecke deine Kirche neu:

Stoß uns wie Paulus vom hohen Ross der Selbstzufriedenheit,

lass uns offen sein für dein Licht,

stark im Glauben,

mutig im Bekenntnis,

eingetaucht in deine Liebe.

 

Herr, erwecke deine Kirche neu:

Fuhre uns an den Abgrund des Lebens,

lass uns offen sein für deinen Halt,

stark im Glauben,

mutig im Bekenntnis,

eingetaucht in deine Liebe.

 

Herr, erwecke deine Kirche neu

und vergiss mich nicht.

 

(aus Liturgie Konkret plus 2014 Jahrgang 17 Nummer 6)

 

 

Du siehst in mein Herz

Mein Gott, du siehst in mein Herz.

Du kennst mich.

Wie schön, dass du mir nahe bist

und ich geborgen bin bei dir.

Du siehst meine Sorge und Angst.

Du siehst alle meine Fluchtwege.

Du hörst alle meine Ausflüchte,

mit denen ich verbergen will, was ist.

Du siehst mich, wenn ich träume

von großen Dingen, die ich tun will,

und wenn ich versage dort,

wo ich das Notwendige tun soll.

Keinen Schritt kann ich tun,

den du nicht begleitest.

Kein Wort kann ich reden,

das du nicht hörst, ehe es laut wird.

Wie in zwei großen Händen

hältst du mich.

Ich bin darin geborgen

wie ein Vogel im Nest.

Und manchmal, o Gott, ist mir bange

vor deiner Hand, die mich hält;

ich möchte ihr gerne entrinnen

und frei sein.

Ich wünsche mir,

ans Ende der Erde zu fliegen

oder in die Weite des Raums,

und bleibe doch in deinen großen Händen.

Ich zweifle, dass mein Leben Sinn hat,

und möchte es von mir werfen;

aber auch bei den Toten bist du,

und wieder bin ich in deiner Hand.

Ich fürchte das Licht

und verberge, was ich tat.

Aber das Dunkel ist Licht für dich

und die Nacht hell wie der Tag.

Mein Gott, du siehst in mein Herz.

Du kennst mich.

Wie gut, dass du mir nah bist

und ich geborgen bin bei dir.

Jörg Zink, Ich bin in dir (Psalm 139)